Wenn vier Violinen auf Guillivers Reise gehen

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Wenn vier Violinen auf Guillivers Reise gehen

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Wenn vier Violinen auf Guillivers Reise gehen
Sprachumschaltung

Von Alexander Hermelink

Telemann and Friends: Vier Violinen, sechs Komponisten und jede Menge Spielfreude

Vier Violinen im Altarraum der Auferstehungskirche in Bad Oeynhausen
© 2026 Alexander Hermelink

Was passiert, wenn vier Barockviolinen von winzig kleinen Lilliputanern, riesigen Menschen, galoppierenden Pferden und völlig chaotischen Yahoos erzählen? Dann ist Telemanns „Gullivers Reisen“ zu hören – und das Publikum der Auferstehungskirche am Kurpark konnte diese Reise beim Konzert „Telemann and Friends“ geradezu miterleben. 

Frauke Halemeyer, Frauke Pöhl, Stefanie Irgang und Simone Gisinger-Hirn hatten ein Programm zusammengestellt, das Barockmusik von ihrer besonders lebendigen Seite zeigte. Musik von Georg Philipp Telemann stand im Mittelpunkt, ergänzt durch Werke von Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Mattheson, Johann Sebastian Bach, Reinhard Keiser und Jean-Pierre Guignon. Sechs Komponisten, vier Violinen und ein Abend, der überraschend kurzweilig verging. 

Schon die ersten Takte von Telemanns Konzert D-Dur für vier Violinen ohne Bass machten deutlich, was der Konzertabend auszeichnen sollte: präzises Zusammenspiel, brillante Klänge und eine große Freude am gemeinsamen Musizieren. Die vier Instrumente traten miteinander in einen musikalischen Dialog, wechselten sich ab, griffen Gedanken voneinander auf und entwickelten daraus immer wieder neue Klangbilder. 

Vier Violinen im Altarraum der Auferstehungskirche in Bad Oeynhausen
© 2026 Alexander Hermelink

Wenn vier Violinen auf Gullivers Reise gehen 

Besonders anschaulich wurde es bei Telemanns „Gullivers Reisen“. Stefanie Irgang nahm das Publikum zunächst mit in die Geschichte: Vor genau 300 Jahren erschien Jonathan Swifts berühmter Roman. Nur zwei Jahre später machte Telemann daraus Musik – und zwar Musik, die bis heute erstaunlich unmittelbar wirkt. 

Dann ging die Reise los. 

Bei den Lilliputanern wurde es rasant. Die kleinen Bewohner der Insel werden mit den kleinsten Notenwerten des gesamten Programms dargestellt: 128tel! Die Finger flitzen über die Saiten, die Musik wird quirlig und winzig – und plötzlich kann man die kleinen Lilliputaner förmlich vor sich sehen. 

Dann der nächste Schauplatz: die Riesen. Die Musik wird schwerer, größer und gewichtiger. Ohne lange Erklärung war zu hören, dass hier plötzlich ganz andere Dimensionen herrschen. 

Auch die Pferde konnte das Publikum musikalisch erkennen – und bei den Yahoos ging es schließlich ausgesprochen turbulent und chaotisch zu. Die musikalischen Bilder waren so deutlich, dass man sich die einzelnen Stationen von Gullivers Reise vorstellen konnte. 

Gerade hier zeigte sich, wie viel Humor in Telemanns Musik steckt. Und auch den vier Musikerinnen war der Spaß daran deutlich anzumerken. Sie spielten die Musik nicht einfach – sie erzählten mit ihren Instrumenten eine Geschichte. 

Ein Konzert mit Bewegung 

Dass nicht nur die Musik, sondern auch die Musikerinnen selbst in Bewegung waren, wurde spätestens bei der kleinen „Notenständerchoreographie“ deutlich. Frauke Pöhl verriet dem Publikum augenzwinkernd, dass diese Bewegungen keineswegs spontan entstanden seien. Das passte wunderbar zu einem Konzert, das insgesamt von viel Lebendigkeit geprägt war. 

Zwischen den Telemann-Werken sorgten die Stücke der anderen Komponisten für immer neue Klangfarben. Besonders eindrucksvoll war Johann Sebastian Bachs Partita E-Dur für Violine solo. Nach dem Zusammenspiel der vier Musikerinnen entstand plötzlich ein ganz anderer musikalischer Raum: eine einzelne Violine, ganz auf sich gestellt. Ein reizvoller Kontrast und eine schöne Abwechslung im Programm. 

Vier Violinen im Altarraum der Auferstehungskirche in Bad Oeynhausen
© 2026 Alexander Hermelink

Brillanter Klang in der Auferstehungskirche am Kurpark 

Die vier Barockviolinistinnen spielten mit großer Präzision und hörbarer Spielfreude. Dynamische Kontraste wechselten mit ruhigen Passagen. Dabei blieb der Klang immer klar und brillant. Die besondere Klangfarbe der historischen Instrumente kam in der hervorragenden Akustik der Auferstehungskirche am Kurpark besonders schön zur Geltung. 

Dass dieser Abend beim Publikum gut ankam, zeigte sich nicht nur am kräftigen Applaus. Die Kirche war gut besucht, und nach dem Konzert wurde beim Weinausschank des Freundeskreises Kirchenmusik noch lange weitergeredet. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, ihre Begeisterung weiterzugeben - auch die vier Musikerinnen nahmen sich Zeit für Gespräche und ließen den Abend gemeinsam mit dem Publikum ausklingen. 

Simone Gisinger-Hirn bedankte sich zum Abschluss bei der Kirchengemeinde sowie bei Kreiskantor József Opicz und Pfarrerin Theodora Beer für die Unterstützung und die Möglichkeit, dieses besondere Konzert in Bad Oeynhausen zu gestalten.„Telemann and Friends“ war ein Abend, der gezeigt hat, wie frisch und unterhaltsam Musik des Barock sein kann. Vier Violinen, sechs Komponisten und jede Menge musikalische Ideen sorgten für einen Abend voller Klang, Bewegung und Spielfreude. 

Und wenn man am Ende tatsächlich das Gefühl hatte, Lilliputaner, Riesen, Pferde und Yahoos selbst getroffen zu haben, dann lag das vor allem an Telemanns großartiger musikalischer Fantasie – und an vier Musikerinnen, die diese Fantasie mit sichtbarer Freude zum Leben erweckten.

Text und Bilder: 2026 Alexander Hermelink


Leichte Sprache

Von Alexander Hermelink

Telemann and Friends - Ein Konzert mit vier Violinen
In der Auferstehungs-Kirche am Kurpark gab es ein besonderes Konzert.

Das Konzert hieß:

„Telemann and Friends“

Vier Musikerinnen spielten Barock-Musik:

- Frauke Halemeyer

- Frauke Pöhl

- Stefanie Irgang

- Simone Gisinger-Hirn

Sie spielten vier Barock-Violinen.

Das Programm war sehr abwechslungsreich.

Es gab Musik von sechs Komponisten:

- Georg Philipp Telemann

- Carl Philipp Emanuel Bach

- Johann Mattheson

- Johann Sebastian Bach

- Reinhard Keiser

- Jean-Pierre Guignon

Die Musik machte viel Freude.

Der Abend verging deshalb sehr schnell.

Musik erzählt eine Geschichte

Besonders spannend war Telemanns Musik-Stück „Gullivers Reisen“.

Vor 300 Jahren erschien der Roman „Gullivers Reisen“ von Jonathan Swift.

Zwei Jahre später machte Georg Philipp Telemann daraus Musik.

Die Musik erzählt von Gullivers Reise.

Die vier Violinen machten dabei viele verschiedene Geräusche und Klänge.

Die kleinen Menschen

Gulliver kommt zuerst zu den Lilliputanern.

Die Lilliputaner sind sehr klein.

Das kann man auch in der Musik hören.

Die Musikerinnen spielen sehr schnelle und kleine Töne.

Sie spielen sogar sehr viele 128tel-Noten.

Die Finger bewegen sich dabei sehr schnell.

Die Musik klingt quirlig und lebendig.

Man kann sich die kleinen Lilliputaner gut vorstellen.

Die Riesen

Danach trifft Gulliver auf Riesen.

Die Musik verändert sich.

Sie klingt jetzt schwer und groß.

Man bekommt den Eindruck:

Hier sind Menschen, die sehr groß sind.

Pferde und Yahoos

Auch Pferde kommen in der Geschichte vor.

Die Musik lässt die Pferde fast vor den Augen des Publikums erscheinen.

Am Ende trifft Gulliver auf die Yahoos.

Dort wird es laut und chaotisch.

Die Musik klingt wild und durcheinander.

Die vier Musikerinnen erzählten die Geschichte also mit ihren Violinen.

Dabei hatten sie selbst viel Spaß.

Das konnte man sehen und hören.

Die Musikerinnen bewegen sich

Nicht nur die Musik war lebendig.

Auch die Musikerinnen bewegten sich.

Zum Beispiel gab es eine kleine Choreografie mit den Noten-Ständern.

Frauke Pöhl erzählte dazu:

Die Bewegungen waren vorher geübt.

Sie waren also nicht zufällig.

Das Publikum musste darüber schmunzeln.

Musik von anderen Komponisten

Neben Telemann gab es auch Musik von anderen Komponisten.

Dadurch klang das Konzert immer wieder anders.

Besonders eindrucksvoll war ein Stück von Johann Sebastian Bach.

Es heißt:

Partita E-Dur für Violine allein.

Vorher hatten immer vier Musikerinnen zusammen gespielt.

Jetzt spielte nur eine Musikerin.

Dadurch entstand eine ganz andere Stimmung.

Das war ein schöner Gegensatz.

Ein schöner Klang

Die vier Musikerinnen spielten sehr genau zusammen.

Ihre Freude an der Musik war deutlich zu hören.

Mal spielte die Musik kräftig.

Mal war sie ruhig und leise.

Der Klang blieb dabei immer klar.

Auch die alten Barock-Violinen waren gut zu hören.

Die Akustik in der Auferstehungs-Kirche am Kurpark war dafür besonders gut.

Das Publikum war begeistert

Viele Menschen waren zu dem Konzert gekommen.

Am Ende gab es viel Applaus.

Nach dem Konzert konnten die Besucherinnen und Besucher noch zusammen etwas trinken.

Der Freundeskreis Kirchen-Musik hatte einen Wein-Ausschank organisiert.

Viele Gäste blieben noch lange.

Sie sprachen über das Konzert.

Auch die vier Musikerinnen waren dabei.

Sie unterhielten sich mit dem Publikum.

So klang der Abend gemeinsam aus.

Dank an die Kirchengemeinde

Simone Gisinger-Hirn bedankte sich am Ende bei der Kirchen-Gemeinde.

Sie dankte auch Kreiskantor József Opicz und Pfarrerin Theodora Beer.

Sie hatten dabei geholfen, das Konzert in Bad Oeynhausen möglich zu machen.

Ein besonderer Abend

Das Konzert „Telemann and Friends“ zeigte:

Barock-Musik kann frisch und unterhaltsam sein.

Vier Violinen und sechs Komponisten sorgten für einen abwechslungsreichen Abend.

Es gab viele verschiedene Klänge.

Es gab Bewegung.

Und es gab viel Freude an der Musik.

Besonders Telemanns „Gullivers Reisen“ machte die Geschichte lebendig.

Man konnte sich fast vorstellen:

Man trifft selbst auf kleine Lilliputaner, große Riesen, galoppierende Pferde und wilde Yahoos.

Das gelang durch Telemanns Fantasie.

Und durch vier Musikerinnen, die diese Musik mit großer Freude spielten.

Text Und Bilder: 2026 Alexander Hermelink

  


Englisch

By Alexander Hermelink

Telemann and Friends: Four Violins, Six Composers and a Whole Lot of Musical Fun

What happens when four Baroque violins tell stories of tiny Lilliputians, towering giants, galloping horses and utterly chaotic Yahoos? The answer is Telemann’s Gulliver’s Travels – and the audience at the Church of the Resurrection by the Kurpark in Bad Oeynhausen was able to experience the journey almost as if they were travelling alongside Gulliver themselves.

Frauke Halemeyer, Frauke Pöhl, Stefanie Irgang and Simone Gisinger-Hirn had put together a programme that revealed Baroque music at its most lively and entertaining. At its heart was the music of Georg Philipp Telemann, complemented by works by Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Mattheson, Johann Sebastian Bach, Reinhard Keiser and Jean-Pierre Guignon. Six composers, four violins – and an evening that seemed to fly by.

The very first bars of Telemann’s Concerto in D major for four violins without bass set the tone for the evening: precise ensemble playing, brilliant sonorities and, above all, the sheer joy of making music together. The four instruments engaged in a lively musical dialogue, passing ideas from one to another, responding to each other and constantly creating new and fascinating textures.

When Four Violins Set Off on Gulliver’s Travels

This was particularly vivid in Telemann’s Gulliver’s Travels. Stefanie Irgang first introduced the audience to the story: exactly 300 years ago, Jonathan Swift’s famous novel was published. Just two years later, Telemann transformed it into music – music that still feels remarkably immediate today.

And then the journey began.

In Lilliput, everything became fast and furious. The tiny inhabitants of the island are portrayed using the smallest note values in the entire programme: 128th notes. Fingers flew across the strings, the music became nimble and almost miniature in character – and suddenly the little Lilliputians seemed to appear right before the audience’s eyes.

Then came the giants. The music grew heavier, broader and more imposing. No lengthy explanation was needed: the sound itself made it clear that the dimensions had suddenly changed.

The horses, too, were vividly brought to life through the music. And when the Yahoos finally appeared, things became thoroughly turbulent and chaotic. Telemann’s musical images were so striking that the individual stages of Gulliver’s journey could almost be seen unfolding before the mind’s eye.

Here, in particular, Telemann’s wonderful sense of humour became apparent. The four musicians clearly enjoyed the music themselves, too. They did not merely play the notes – they told a story with their instruments.

A Concert Full of Movement

It was not only the music that was full of movement. The musicians themselves became part of the visual experience, particularly during a small piece of “music-stand choreography”. With a mischievous smile, Frauke Pöhl revealed to the audience that these movements were by no means spontaneous.

It was a delightful detail that perfectly matched the spirit of a concert characterised throughout by energy, wit and vitality.

Between the works by Telemann, pieces by the other composers brought fresh colours and contrasting moods to the programme. Particularly impressive was Johann Sebastian Bach’s E major Partita for solo violin. After hearing the rich interplay of four musicians, the audience suddenly found itself in an entirely different musical world: one violin, completely on its own.

It was a compelling contrast and a beautifully judged change of perspective.

Brilliant Sound in the Church of the Resurrection

The four Baroque violinists performed with great precision and an unmistakable sense of enjoyment. Dynamic contrasts alternated with quieter, more reflective passages, while the sound remained consistently clear and brilliant. The distinctive tonal character of the historical instruments was especially well suited to the excellent acoustics of the Church of the Resurrection by the Kurpark.

The audience’s response left no doubt that the evening had been a success. The church was well filled, and the applause was warm and sustained. Afterwards, guests lingered over wine served by the Friends of Church Music, continuing their conversations and sharing their impressions of the concert.

The four musicians also took time to meet and talk with members of the audience, allowing the evening to come to a relaxed and convivial close.

At the end of the concert, Simone Gisinger-Hirn thanked the parish, as well as district church music director József Opicz and Pastor Theodora Beer, for their support and for making it possible to present this special concert in Bad Oeynhausen.

Telemann and Friends was an evening that demonstrated just how fresh, imaginative and entertaining Baroque music can be. Four violins, six composers and a wealth of musical ideas combined to create an evening filled with colour, movement and sheer enjoyment.

And if, by the end of the concert, the audience really did feel as though they had encountered Lilliputians, giants, horses and Yahoos themselves, much of the credit belongs to Telemann’s extraordinary musical imagination – and to four musicians who brought that imagination vividly to life with infectious enthusiasm.

Text and Pictures: 2026 Alexander Hermelink

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