06/10/2026 0 Kommentare
Unsere Zeit - Andacht zum Ewigkeitssonntag
Unsere Zeit - Andacht zum Ewigkeitssonntag
# Andacht

Unsere Zeit - Andacht zum Ewigkeitssonntag
Von Dr. Eva Wilke
Nun geht wieder ein Kirchenjahr dem Ende entgegen. Der Ewigkeitssonntag ist der letzte Sonntag im Kirchenjahr. Ein anderer Name für diesen Tag ist Totensonntag. In den meisten Kirchen werden im Gottesdienst an diesem Tag die Namen der im vergangenen Jahr gestorbenen Mitglieder der Gemeinden verlesen und für jeden eine Kerze entzündet. Ein stilles Gedenken. Keiner ist vergessen.
Auf den Friedhöfen werden traditionell die Gräber geschmückt. Aber auch die andere Bedeutung – Ewigkeit – wird an diesem Tag thematisiert. Ewigkeit, die nach unserer Zeit beginnende Zeit, eine Zeit ohne Anfang und Ende. Schwer vorstellbar.
Unsere Zeit ist begrenzt. Was danach kommt, entzieht sich unserem Verstand. Es ist der Glaube an das Ewige Leben, so wie Christus es gelehrt hat. Der Glaube an das andere Leben nach dem Tod ist älter als unsere Zeitrechnung, er hat aber durch das Christentum ein anderes Gewicht bekommen. Keiner weiß, wie es sein wird. Ein Zustand, den wir uns nicht vorstellen können.
Im Christentum ist der Glaube an das Ewige Leben durch die Lehren Christi gefestigt. Die Versuche frommer Menschen, das ewige Leben auszumalen, führen vielleicht zu schönen Bildern, aber nicht zu dem Wissen, wie es sein wird. Einige Berichte von Nah-Tod- Erfahrungen sprechen von einer unvorstellbaren Schönheit. –
Noch sind wir aber auf dieser Welt. Wir wissen, dass unsere irdische Zeit begrenzt ist. Mit diesem Wissen leben wir. Nutzen wir die Zeit. Jeder mit den Gaben, die ihm gegeben sind.
Von Anbeginn an haben Menschen gelernt, geforscht, gearbeitet, sich die Welt erobert. Haben den Wohlstand, den wir heute genießen, geschaffen. Ihn zu erhalten, zu fördern ist die Aufgabe aller. Jeder nach seinen Fähigkeiten. Wir leben nicht auf Pump. „Nach mir die Sintflut“ ist die falsche Einstellung.
In einer Ballade von Goethe heißt es: „Tages Arbeit ! Abends Gäste ! Saure Wochen ! Frohe Feste ! Sei dein künftig Zauberwort !“.
Am Ende des Lebens sollte jeder dankbar für alles, was er schaffen durfte, zurück blicken können. Das Leben ist eben keine Partymeile. Etwas Sinnvolles zu tun, in der Gemeinschaft leben und arbeiten, dem Leben einen Sinn geben, ist wohltuend.
Genau so wichtig ist es, mit offenen Augen und geschärften Sinnen durch dieses Leben zu gehen. Nur so kann man die Schönheiten dieser Welt sehen und begreifen. Und auch die Probleme. Unsere Zeit soll keine vertane Zeit sein. Dazu ist das Leben zu wertvoll. Die Ewigkeit kommt, aber sicher anders als wir es uns vorstellen.
Und nach dem Ewigkeitssonntag beginnt das neue Kirchenjahr mit der Adventszeit, Die Zeit der Erwartung.
Text: 2026 Dr. Eva Wilke
Aus dem Gemeindebrief 2026-4
"Das auf dem guten Land sind die,
die das Wort hören und behalten
in einem feinen Herzen und
bringen Frucht in Geduld."
Lukas 8, 15
aus der Herrnhuter Losung
für den 22. November 2026,
Ewigkeitssonntag
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