Hinschauen, statt wegzusehen - klare Haltung gegen Gewalt

Hinschauen, statt wegzusehen - klare Haltung gegen Gewalt

Hinschauen, statt wegzusehen - klare Haltung gegen Gewalt

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Hinschauen, statt wegzusehen - klare Haltung gegen Gewalt

Von Claudia Hensler

Wer am 27.09.2026 zum Gottesdienst in der Auferstehungskirche am Kurpark kam, wurde vom Anblick unzähliger Paare roter Schuhe überrascht, die an der Rampe und an der Treppe, nicht nur bis zum Eingang der Kirche, sondern auch in der Kirche, entlang der Bankreihen bis nach vorne aufgestellt waren. Sie sollten aufmerksam in den Blick genommen werden.

Rote Schuhe im Altarraum der Auferstehungskirche am Kurpark
© 2026 Ev. Emmaus-KG BO

Hinweise, die neben den Schuhen ausgelegt waren luden ein zum Hinschauen und zum Lesen: Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Femizide sind die höchste Form patriarchalischer Gewalt. Dass die Menschenrechte beachtet werden, dass Gerechtigkeit und gegenseitiger Respekt in unserer Gesellschaft gestärkt werden, dafür setzen sich Frau Swea Hartl als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bad Oeynhausen zusammen mit Frau Julia Kuntemeier, der Einrichtungsleitung des Frauenhauses in Minden ein. Ein herzliches Willkommen in diesem Gottesdienst.

„Hinschauen, statt wegzusehen ist der erste Schritt. Gewalt gegen Frauen und Mädchen darf nicht bagatellisiert werden. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist nie eine Lösung, sie tritt in allen Schichten der Gesellschaft auf - unabhängig von Alter, Herkunft und Lebenssituation. Wir sind verantwortlich aufmerksam zu sein, Anzeichen ernst zu nehmen, Vorfälle zu melden und Betroffene zu unterstützen. Nicht betretenes Schweigen, nicht wegsehen, sondern klare Haltung gegen Gewalt in Familie, Schule, Arbeit und Community. Gewalt hat viele Gesichter - ob im persönlichen Kontakt oder auf Social Media und endet im schlimmsten Fall im Femizid.

Gottesdienst-Team
© 2026 Ev. Emmaus-KG BO

DENN DIE FRAU SCHWEIGT - NICHT!

(Ausschnitt aus dem Beitrag von Swea Hartl und Team)

Denn die Frau schweigt - nicht - Dies hat Pfarrer Matthias Mengel, in seiner Predigt sehr deutlich gemacht. Es gibt nur wenige Verse in den Paulusbriefen, die so stark zum Widerspruch reizen, wie der Vers 34 im 1. Korintherbrief im 14. Kapitel, wo Paulus schreibt: Das Weib schweige in der Gemeinde (ein Relikt aus einer patriarchalisch geprägten Gesellschaftsform, eine vor 2000 Jahren übliche Verhaltensregel)

Das gute daran ist, dass uns dieser Satz zum Nachdenken und zur Stellungnahme anspornt, so Pfarrer Mengel. Dass die Frau, von der im Paulusbrief berichtet wird, nicht schweigt, sondern hartnäckig ihr Anliegen vorbringt, sich Gehör verschafft, sollte allen Frauen Mut machen.

In den Fürbitten wird deutlich, dass wir unsere Augen, Ohren und unsere Herzen öffnen, gemeinsam Verantwortung übernehmen sollen. Angst und Scham lässt betroffene Frauen und Mädchen oft schweigen. Wir bitten um Mut, Fragen zu stellen, zuzuhören, Hilfe anzubieten, auch wenn es unbequem ist.

Unterstützen wir die, die helfen, Beratungsstellen für Frauen und Männer, Mädchen- und Frauenhäuser. Lasst uns heute ein Versprechen ablegen: Wir schauen hin, wir handeln, wir unterstützen.

Pfr. Matthias Mengel, Miriam Handirk und Birgit Kuhlmeier im Altarraum der Auferstehungskirche
© 2026 Ev. Emmaus-KG BO

Im Anschluss an die Predigt wurde die langjährige Mitarbeiterin in unserem Gemeindebüro Miriam Handirk verabschiedet und Birgit Kuhlmeier als kurzfristige Verstärkung des Teams im Gemeindbüro vorgestellt.

Text: 2026 Claudia Hensler
Bilder: 2026 Ev. Emmaus-KG BO


Leichte Sprache

Gottesdienst in der Auferstehungs-Kirche

Am 27. September 2026 war Gottesdienst in der Auferstehungs-Kirche am Kurpark.

Vor der Kirche gab es etwas Besonderes zu sehen:

Viele Paare mit roten Schuhen standen auf der Rampe und auf der Treppe.

Die Schuhe standen bis zum Eingang der Kirche.

Auch in der Kirche standen rote Schuhe.

Sie standen zwischen den Bänken und gingen bis nach vorne.

Die roten Schuhe sollten die Menschen zum Nachdenken bringen.

Gewalt gegen Frauen und Mädchen

Neben den Schuhen lagen Informationen.

Dort stand:

Gewalt gegen Frauen und Mädchen darf nicht übersehen werden.

Eine besonders schwere Form von Gewalt ist der Femizid.

Ein Femizid ist die Tötung einer Frau, weil sie eine Frau ist.

Für mehr Gerechtigkeit und Respekt setzen sich viele Menschen ein.

Beim Gottesdienst waren zwei Frauen zu Gast:

- Swea Hartl, die Gleichstellungs-Beauftragte der Stadt Bad Oeynhausen.

- Julia Kuntemeier, die Leiterin des Frauenhauses in Minden.

Beide Frauen wurden herzlich begrüßt.

Hinschauen und helfen

Swea Hartl und ihr Team sagen:

Wir dürfen bei Gewalt nicht wegsehen.

Wir müssen genau hinschauen.

Gewalt gegen Frauen und Mädchen darf nicht klein-geredet werden.

Gewalt ist niemals eine Lösung.

Gewalt kann überall vorkommen.

Sie kann in allen Gruppen der Gesellschaft vorkommen.

Es spielt keine Rolle:

  • wie alt ein Mensch ist

  • woher ein Mensch kommt

  • wie ein Mensch lebt.

Wir alle tragen Verantwortung.

Wir sollen aufmerksam sein.

Wir sollen Warnzeichen ernst nehmen.

Wir sollen Gewalt melden.

Und wir sollen betroffene Menschen unterstützen.

Schweigen und Wegsehen helfen nicht.

Wir müssen klar gegen Gewalt sein.

Das gilt zum Beispiel:

  • in der Familie

  • in der Schule

  • am Arbeitsplatz

  • in der Gemeinschaft

  • und im Internet.

Gewalt kann viele Formen haben.

Sie kann im direkten Kontakt passieren.

Sie kann auch in den sozialen Medien passieren.

Im schlimmsten Fall kann Gewalt mit einem Femizid enden.

Denn die Frau schweigt nicht!

Die Predigt

Auch Pfarrer Matthias Mengel sprach über dieses Thema.

Er nahm einen Satz aus einem Brief des Apostels Paulus auf.

Der Satz steht im 1. Korintherbrief, Kapitel 14, Vers 34.

Dort steht sinngemäß:

„Die Frau soll in der Gemeinde schweigen.“

Dieser Satz stammt aus einer Gesellschaft vor ungefähr 2.000 Jahren.

Damals gab es eine andere Vorstellung davon, welche Aufgaben Frauen und Männer haben.

Heute können wir diesen Satz kritisch betrachten.

Pfarrer Mengel sagte:

Dieser Satz soll uns zum Nachdenken bringen.

Wir sollen darüber sprechen und Stellung beziehen.

Die Frau, von der im Paulusbrief erzählt wird, schweigt nicht.

Sie bleibt bei ihrem Anliegen.

Sie spricht weiter.

Sie möchte gehört werden.

Das kann allen Frauen Mut machen:

Frauen dürfen ihre Stimme erheben.

Frauen dürfen ihre Meinung sagen.

Frauen dürfen gehört werden.

Die Fürbitten

Auch in den Fürbitten ging es um Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

Wir sollen unsere Augen öffnen.

Wir sollen unsere Ohren öffnen.

Und wir sollen unsere Herzen öffnen.

Wir tragen gemeinsam Verantwortung.

Angst und Scham können dazu führen, dass betroffene Frauen und Mädchen schweigen.

Deshalb wurde um Mut gebeten:

Mut, Fragen zu stellen.

Mut, zuzuhören.

Mut, Hilfe anzubieten.

Auch dann, wenn es schwierig oder unangenehm ist.

Gemeinsam handeln

Im Gottesdienst wurde auch an die Menschen gedacht, die anderen helfen.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Beratungsstellen für Frauen und Männer

  • Mädchenhäuser

  • Frauenhäuser.

Wir können diese Arbeit unterstützen.

Gemeinsam können wir ein Versprechen geben:

Wir schauen hin.

Wir handeln.

Wir unterstützen.

Verabschiedung und Begrüßung

Nach der Predigt gab es noch einen weiteren wichtigen Moment.

Miriam Handirk wurde verabschiedet.

Sie hat viele Jahre im Gemeindebüro gearbeitet.

Die Gemeinde bedankte sich bei ihr für ihre Arbeit.

Außerdem wurde Birgit Kuhlmeier vorgestellt.

Sie unterstützt das Team im Gemeindebüro für eine kurze Zeit.

So endete ein Gottesdienst mit einem wichtigen Thema:

Gewalt nicht übersehen.

Hinschauen.

Zuhören.

Handeln.

Und Menschen unterstützen.


Englisch

Anyone who came to the service at the Auferstehungskirche (Church of the Resurrection) at the Kurpark on September 27, 2026, was surprised by the sight of countless pairs of red shoes. They had been placed along the ramp and the steps, not only all the way to the entrance of the church, but also inside the church, along the rows of pews and all the way to the front. They were meant to catch our attention and encourage us to look closely.

Information cards placed next to the shoes invited people to look and read:

Violence against women and girls — femicide is the highest form of patriarchal violence.

Working to ensure that human rights are respected and that justice and mutual respect are strengthened in our society are Ms. Swea Hartl, Equal Opportunities Officer for the City of Bad Oeynhausen, together with Ms. Julia Kuntemeier, director of the women’s shelter in Minden. A very warm welcome to this service.

“Looking, rather than looking away, is the first step. Violence against women and girls must never be trivialized. Violence against women and girls is never a solution; it occurs in every social group — regardless of age, background, or life circumstances. We are responsible for paying attention, taking signs seriously, reporting incidents, and supporting those affected. Not silence born of discomfort, not looking away, but taking a clear stand against violence in families, schools, workplaces, and communities. Violence has many faces — whether in personal contact or on social media — and in the worst case, it ends in femicide.

BECAUSE WOMEN DO NOT REMAIN SILENT!”

(Excerpt from the contribution by Swea Hartl and her team.)

“Because women do not remain silent” — this was also made very clear by Pastor Matthias Mengel in his sermon.

There are few verses in Paul’s letters that provoke such strong disagreement as verse 34 of chapter 14 of the First Letter to the Corinthians, where Paul writes: “Women should remain silent in the churches.” This is a relic of a patriarchal social order, reflecting a rule of conduct that was common 2,000 years ago.

The good thing about this statement, Pastor Mengel said, is that it encourages us to reflect and to take a position. The fact that the woman referred to in Paul’s letter does not remain silent, but persistently puts forward her concerns and makes herself heard, should encourage all women to find their voices and speak out.

The intercessions made it clear that we need to open our eyes, our ears, and our hearts, and that we must take responsibility together. Fear and shame often cause women and girls who are affected by violence to remain silent. We pray for the courage to ask questions, to listen, and to offer help — even when doing so is uncomfortable.

Let us support those who provide help: counseling centers for women and men, shelters for girls and women, and women’s shelters. Today, let us make a promise:

We will look. We will act. We will support.

Following the sermon, Miriam Handirk, a long-standing member of staff in our parish office, was given a farewell. Birgit Kuhlmeier was also introduced as a temporary member of the team, providing short-term support in the parish office.

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