07/10/2026 0 Kommentare
Dass Gottes Güte uns alle hüte - Gedanken zum Erntedankfest
Dass Gottes Güte uns alle hüte - Gedanken zum Erntedankfest
# Andacht

Dass Gottes Güte uns alle hüte - Gedanken zum Erntedankfest
Von Pfr. i.R. Christian Lassen
Zum Jahresanfang bekam ich einen Kalender geschenkt. Nichts Besonderes, werden sie vielleicht denken. Aber es ist ein besonderer Kalender. Neben dem laufenden Kalendarium für das nun zu Ende gehende Jahr 2026 gibt es nach jedem Tag eine besondere Spalte : „Dankbarkeit“ - so ist sie überschrieben. In der Anleitung und im Vorwort zu diesem Kalender steht, dass es gut ist, wenn wir zum Abschluss eines jeden Tages uns zwei/drei Ereignisse, Erlebnisse, Stationen … des Tages überlegen, für die wir dankbar sein können. Auch Kleinigkeiten gehören dazu : Ich wurde wegen eines dreimonatigen Fahrverbots von liebenswerten Menschen zu den Gottediensten von zu Hause abgeholt. Die ersten eigenen Kochkünste wurden von den Enkelkindern gelobt.
Ein großes Problem löste sich nach einem Gespräch „fast in Luft“ auf. Ein schöner Brief, eine Postkarte erinnerte mich an eine Freundschaft. Eine gute Begegnung hat mir Kraft für meinen Alltag gegeben. Eine Untersuchung brachte nicht das befürchtete Ergebnis…
Und so viel mehr könnte ich aufführen, was uns tagtäglich, immer wieder neu, begegnet, begleitet, erreicht, uns „zufällig“ unterkommt. Da es keinen Zufall gibt, sondern das ist, was uns zufällt, was zu uns gehört, was der Himmel sich für uns so gedacht hat, was unser Leben bereichert, ergänzt, glücklich macht.
Darum sollen wir dankbar sein für die ganz kleinen Alltäglichkeiten. Und am Ende eines Tages werden wir immer wieder erstaunt feststellen - mir geht es so - , dass es immer wieder viele , viele Kleinigkeiten sind, die mich dankbar, glücklich und zufrieden machen … Trotz allem, was das Leben auch schwer machen kann.
Das Erntedankfest will uns in jedem Jahr daran erinnern, dass es so viele Dinge in unserem Leben gibt, für die wir DANKE sagen sollen, dürfen, müssen… DANKE, weil GOTT unser Leben begleitet und das in unser Leben hineingibt, was für uns gut ist, was wir brauchen, was uns fehlt. Dafür benötigen wir offene Augen, offene Herzen und Dankbarkeit ! Diese Dankbarkeit ermöglicht dann auch den Blick auf die anderen, auf die Menschen, die weniger haben, denen es nicht so gut geht, die unsere Hilfe und unsere Unterstützung benötigen. So ist das Leben eingerichtet : die eigene Fülle, die
Dankbarkeit dafür fordert uns heraus, den Nächsten zu sehen !
Eugen Eckert hat in seiner Interpretation zum 40 .Psalm in Worte gefasst, was nicht nur am Erntedankfest für uns gilt, sondern unser Leben umfassen und begleiten soll und darf :
GOTT will ich singen,
Dank will ich bringen
Ihm, der schützend mich umgibt.
In tausend Weisen will ich GOTT preisen,
der mich schuf, erhält und liebt.
Was zählt im Leben, kann nur GOTT geben,
vor den Gefahren nur ER bewahren -
darum vertrau ich und hoff auf IHN.
Die nach IHM trachten, wird GOTT wohl achten,
ER hat‘s in Händen, Not zu beenden
voller Vertrauen hoff ich auf IHN.
Dass GOTTES Güte uns alle hüte,
ist mein Wunsch und mein Gebet.
An GOTTES Segen sei uns gelegen,
nur wer Segen hat, besteht.
Macht wird nichts nützen, Geld wird nicht schützen,
Mauern und Ketten Herrscher nicht retten;
GOTT allein bleibt, darum. Hoff ich auf IHN.
Ihnen und uns allen wünsche ich goldene Oktobertage, die uns hinführen in die Stille und besinnliche Zeit des Novembers und Dezembers.
Text: 2026 Christian Lassen, Pfarrer i.R.
Bild: 2026 Ev. Emmaus-KG BO, KI bearb.
Kommentare