Andacht zum Monatsspruch November

Andacht zum Monatsspruch November

Andacht zum Monatsspruch November

# Andacht

Andacht zum Monatsspruch November

Von Antje Eltzner-Silaschi

Der HERR wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg.
Jes 2, 4

Zwischen „Schön wär’s!“ Und „Träum weiter!“ bewegen sich meine Gedanken angesichts des wohl bekanntesten pazifistischen Bibelzitats. Schon die Friedensbewegung der DDR hat dieses Motto für sich gewählt: Schwerter zu Pflugscharen. In Laos haben wir bei einer Reise gesehen, wie das aussehen kann.

Dieses stark buddhistisch geprägte Land war Opfer des Vietnamkriegs. Tausende Landminen wurden von den USA auf den Ho-Chi-Minh-Pfad abgeworfen. Diese Minen liegen immer noch in den Wäldern von Laos und fordern immer noch Todesopfer. Seit Jahren werden die Minen geborgen, von Schweizer Hilfsorganisationen. Aus dem Metall der Minen wird vieles hergestellt, zum Beispiel Besteck, was auf den Nachtmärkten verkauft wird. Vielen Laoten dient dieser Verkauf zum Überleben in einem der ärmsten Länder der Welt. Schwerter zu Pflugscharen - ansatzweise erfüllt sich hier eine Vision. Friedenssehnsucht - ich denke, die haben wir hier alle.

Unser Friedensgebet hält hier in unserer Gemeinde diese Sehnsucht wach und mahnt wöchentlich, diese Sehnsucht nicht aufzugeben. Aber in diese Sehnsucht mischt sich das Gewissen. Von vielen Menschen in Politik und Gesellschaft wird wieder eine Wehrpflicht gefordert. Junge Menschen sagen: Niemand darf zum Dienst an der Waffe gezwungen werden. Ältere Menschen erinnern sich an die sogenannte Gewissensprüfung, wenn sie vom Wehrdienst freigestellt werden sollten. Was ist, wenn einer kommt und ihre Familie bedroht und sie haben zufällig eine Waffe dabei?

Ja, was ist dann? Das war eine der Standardfragen. Wer dann sagte, dass man sich doch verteidigen müsse, hatte verloren. Besser war, zu sagen, dass man doch nie eine Waffe dabei habe und dass man als Christ das Gebot „Du sollst nicht töten“ hoch achte. Dennoch - es bleibt immer wieder die Frage, was man im Fall eines Krieges tun würde: Den Diktatoren das Ruder überlassen oder den Tyrannenmord billigen, wie Bonhoeffer das einst tat. „Frieden fängt beim Frühstück an“ - so sagte es einmal Hanns Dieter Hüsch und gab zu bedenken, dass wertschätzende Diskussionen und andere zu Wort kommen

lassen ein Anfang sind. Unser Verhalten, unsere Haltung anderen gegenüber, gewaltfreie Kommunikation sind ein Anfang und eine Chance für den Frieden im eigenen Umfeld. Darauf liegt Gottes Segen und darauf können wir anfangen, Gottes Reich des Friedens zu bauen. Amen.

Text und Bild: 2026 Antje Eltzner-Silaschi
Zuerst gehalten im Posaunenchor Altstadt am 05.11.2026

Dies könnte Sie auch interessieren

Evangelische Emmaus-Kirchengemeinde

Kaiserstr. 26, 32545 Bad Oeynhausen

   +49 5731 92849

Kontakt

Haben Sie Anregungen, Lob, Kritik?

Schreiben Sie uns gerne...

Anregungen
Impressum
Datenschutz